Divaca – Koper | Moderne Ingenieurtechnik unter außergewöhnlichen Bedingungen

|   Projekte

Ein neues Video zeigt die technischen Herausforderungen und innovativen Lösungen hinter einem der anspruchsvollsten Eisenbahninfrastrukturprojekte Sloweniens.

Die zweite Gleisstrecke Divača – Koper führt durch eines der geologisch anspruchsvollsten Gebiete Sloweniens. Ein neues Video macht die Dimensionen des Projekts sichtbar und gibt Einblicke in die technischen Herausforderungen sowie die Ingenieurlösungen, die den Bau unter komplexen Karstbedingungen ermöglicht haben.

Tunnelbau unter außergewöhnlichen geologischen Bedingungen

Die 27 Kilometer lange zweite Gleisstrecke Divača – Koper zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten Sloweniens. Mehr als 37 Kilometer Tunnelröhren, verteilt auf sieben Tunnel, führen durch ein tektonisch komplexes Karstgebiet mit unterirdischen Höhlen, Schächten und wasserführenden Gängen.

Unerwartete Herausforderungen im Karst

Trotz umfangreicher geologischer Voruntersuchungen konnten viele Karstformationen erst während des Tunnelvortriebs identifiziert werden. Insgesamt wurden 93 Karstformationen dokumentiert. Während sich die meisten mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen sichern ließen, stellten die Höhlensysteme 66 und 80 das Projektteam vor besondere Herausforderungen.

Maßgeschneiderte Ingenieurlösungen für den Karst

Gemeinsam mit den Teams aus Wien und Salzburg entwickelte die ELEA iC für diese Bereiche individuelle technische Lösungen. Herzstück sind vier unterirdische Stahlbetonbogenkonstruktionen, die die Höhlen überspannen und eine dauerhaft sichere Grundlage für den zukünftigen Bahnbetrieb schaffen.

Mit einer Spannweite von 45 Metern ist die größte dieser unterirdischen Brücken zugleich eines der technisch anspruchsvollsten Bauwerke des gesamten Projekts. Sie entstand rund 250 Meter unter der Erdoberfläche in einem Karstuntergrund mit zahlreichen Hohlräumen und wasserführenden Gängen. Allein der Bau dieser Konstruktion nahm rund drei Monate in Anspruch.

Digitale Planung als Grundlage

Die Planung der Bauwerke basierte auf detaillierten 3D-Modellen der Tunnel, Tragkonstruktionen und geologischen Schichten. Während des Tunnelvortriebs wurden diese kontinuierlich mit den neu gewonnenen Erkenntnissen ergänzt und fortgeschrieben. Dadurch konnten die Ingenieurteams die Tragwerke präzise an die tatsächlichen geologischen Gegebenheiten anpassen.
Zur langfristigen Überwachung der Bauwerke kommt ein optisches Sensorsystem zum Einsatz, das die Konstruktionen während des Betriebs kontinuierlich überwacht und damit einen wichtigen Beitrag zur Tunnelsicherheit leistet.

Technische Einblicke in das Projekt

Diese Großprojekt zeigt, wie moderne Ingenieurtechnik, digitale Planungsmethoden und die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen innovative Lösungen für komplexe geologische Herausforderungen ermöglichen. Das Video gibt Einblicke in die technischen Hintergründe des Projekts und zeigt die Dimensionen der Bauwerke sowie die besonderen Herausforderungen beim Tunnelbau im Karst.