Vom 14. bis 18. September 2026 wurde Budapest zum internationalen Treffpunkt der Hydrogeologie. Unter dem Leitthema „Groundwater – A Key Multi-Resource“ brachte der 53. Kongress der International Association of Hydrogeologists Fachleute aus Wissenschaft, Planung und Wasserwirtschaft zusammen. Nach 50 Jahren fand der internationale Fachkongress damit erstmals wieder in Ungarn statt.
Eine Ressource mit vielen Funktionen
Grundwasser ist weit mehr als eine Quelle für Trinkwasser. Das wissenschaftliche Programm betrachtete die Ressource deshalb aus unterschiedlichen Perspektiven – von tiefen und oberflächennahen Grundwassersystemen über Karst- und Kluftgrundwasser bis hin zu den Wechselwirkungen zwischen Grundwasser, Boden, Vegetation und Oberflächengewässern.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle von Grundwasser in der grünen Transformation. Diskutiert wurden unter anderem Geothermie und mineralische Ressourcen, nachhaltiges Wassermanagement sowie die Auswirkungen von Bau- und Bergbauaktivitäten auf Grundwassersysteme. Auch die Anpassung an den Klimawandel, Trockenperioden und Extremereignisse spielte eine zentrale Rolle.
Von Monitoring bis künstlicher Intelligenz
Wie Grundwasser künftig besser verstanden, geschützt und bewirtschaftet werden kann, war ebenfalls Teil des umfangreichen Programms. Sessions beschäftigten sich beispielsweise mit Grundwassermonitoring, numerischer Modellierung, Big Data und Machine Learning, aber auch mit Grundwasserqualität, neuen Schadstoffen und der Bewertung der Vulnerabilität von Grundwassersystemen.
Neben den wissenschaftlichen Sessions boten Exkursionen die Möglichkeit, hydrogeologische Zusammenhänge direkt vor Ort zu betrachten. Ziele führten unter anderem zu Karst- und Thermalwassersystemen, grundwasserabhängigen Feuchtgebieten sowie an den Balaton.
Budapest als passender Austragungsort
Kaum eine europäische Hauptstadt ist so eng mit Grundwasser verbunden wie Budapest. Thermalquellen und das Budaer Karstsystem prägen die Stadt ebenso wie die Uferfiltration entlang der Donau, über die Trinkwasser für rund 1,8 Millionen Menschen bereitgestellt wird. Damit bot Budapest einen unmittelbaren Bezug zu vielen der Themen, die während des Kongresses diskutiert wurden.
Auch die iC war beim World Groundwater Congress vertreten. Helmuth Kreuzhuber nahm für die iC am Kongress teil und nutzte das internationale Fachforum für den Austausch zu aktuellen Entwicklungen und Ansätzen in der Hydrogeologie.