Karawankentunnel | Neue Röhre als Meilenstein im europäischen Nord-Süd-Verkehr

Die neue Röhre des Karawankentunnels ist nach 7,5 Jahren Bauzeit in Betrieb. Sie stärkt eine zentrale Nord-Süd-Verbindung und erhöht Kapazität sowie Sicherheit entlang des europäischen Verkehrsnetzes.

Am 18. März wurde die neue Röhre des Karawankentunnels zwischen Österreich und Slowenien feierlich eröffnet. Der rund acht Kilometer lange Grenztunnel verbindet die Karawankenautobahn (A11) südlich von Villach mit dem slowenischen Autobahnnetz (A2 Richtung Ljubljana) und bildet eine zentrale Achse im europäischen Nord-Süd-Verkehr.

Planung und iC-Leistungen

Die iC unterstützte das Projekt mit geomechanischer Planung, statischen Berechnungen der Innenauskleidung, integriertem BIM-Management sowie umfassendem geotechnischem Fachwissen. Dazu zählten unter anderem die Koordination, die 3D-geologische Modellierung sowie die digitale Projektstrukturierung, um einen konsistenten und transparenten Projektablauf sicherzustellen.

Zusätzlich brachte ELEA iC innovative Ansätze ein, darunter photogrammetrische geologische Kartierung, Videoscanning, die Implementierung einer CDE-Umgebung sowie der Einsatz von faserverstärktem Spritzbeton in anspruchsvollen hydrogeologischen Verhältnissen.

Bau unter anspruchsvollen Bedingungen

Die Bauarbeiten erfolgten unter herausfordernden geologischen Bedingungen, insbesondere auf slowenischer Seite. Allein im österreichischen Abschnitt wurden rund 1,5 Millionen Tonnen Gestein ausgebrochen. Anfallendes Bergwasser – rund 600 Liter pro Sekunde – wird in einem Kleinwasserkraftwerk zur Energieversorgung des Tunnels genutzt.

Technik und Sicherheit

Die neue Tunnelröhre ist 7.948 Meter lang (davon 4.402 Meter in Österreich) und mit moderner Sicherheitstechnik ausgestattet. Insgesamt 26 Querverbindungen zur Bestandsröhre im Abstand von 330 Metern gewährleisten sichere Fluchtwege. Lüftung, Beleuchtung, Verkehrssensorik und Videoüberwachung entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Im Störfall kann der Verkehr innerhalb weniger Minuten auf temporären Gegenverkehr umgestellt werden.

Kapazität und Inbetriebnahme

Mit dem Vollausbau wird die Kapazität des Karawankentunnels deutlich erhöht. Insbesondere in den Sommermonaten mit bis zu 30.000 Fahrzeugen täglich sollen Staus und Blockabfertigungen künftig reduziert werden. Für die Nutzung bleibt die bestehende Maut von derzeit 9,00 Euro pro Pkw bestehen.

Die neue Röhre ging ab dem 20. März schrittweise in Betrieb. Seit spätestens 27. März wird der Verkehr im Gegenverkehr durch den Neubau geführt, während die bestehende Weströhre generalsaniert wird. Der Vollbetrieb mit zwei getrennten Röhren ist für Mitte 2029 vorgesehen. Bis dahin bleibt das bestehende Nadelöhr in Spitzenzeiten teilweise bestehen.

Projektpartner und Einordnung

Das Projekt wurde von ASFINAG und der slowenischen Autobahngesellschaft DARS umgesetzt. Die Investitionen belaufen sich auf rund 340 Millionen Euro für den Neubau sowie insgesamt etwa 570 Millionen Euro für den Vollausbau inklusive Sanierung. Zusätzlich wurde das Projekt durch die Europäische Union im Rahmen der Connecting Europe Facility gefördert.

Das Projekt in den Medien

Über die Eröffnung und die Bedeutung des Projekts wurde auch in zahlreichen nationalen und internationalen Medien berichtet.

KaerntenORF: Karawankentunnel: Neue Röhre öffnet

Kleine Zeitung: Millionen-Projekt Karawankentunnel wurde eröffnet

OÖNachrichten: Neue Karawankentunnel-Röhre feierlich eröffnet

BMIMI: Grünes Licht für den Karawankentunnel

Plus24: Neue Karawankentunnel-Röhre feierlich eröffnet