Koralmbahn Graz–Klagenfurt | Neue Hochleistungsstrecke im Süden Österreichs

Großprojekt im Bahnbau, leistungsfähiger Verkehr, europäische Einbindung

Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn im Dezember 2025 wird eine neue leistungsfähige Bahnverbindung zwischen Graz und Klagenfurt Realität. Die 130 Kilometer lange Neubau­strecke zählt zu den größten Infrastrukturprojekten Österreichs und ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes. iC hat das Projekt über viele Jahre hinweg in unterschiedlichen Phasen fachlich begleitet, von Genehmigungs- und Planungsleistungen bis zur baubegleitenden Umsetzung und Inbetriebnahme (u. a. Geotechnik, Immissionsschutz, BIM, Fachbauaufsicht, ÖBA).

Projektkontext und Entwicklung

Die Koralmbahn ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen Planungs- und Umsetzungsprozesses. Konkrete Planungen wurden ab den 1990er-Jahren vorangetrieben, die Bauarbeiten starteten in den 2000er-Jahren. Über die lange Laufzeit waren technische Herausforderungen, geologische Rahmenbedingungen und mehrere Projektanpassungen zu berücksichtigen. 2025 wurde das Vorhaben abgeschlossen und in Betrieb genommen. Als Teil der neuen Südstrecke stärkt die Koralmbahn die Nord-Süd-Verbindung im europäischen Bahnverkehr und ist in den Baltisch-Adriatischen Korridor eingebunden.

Dimensionen der Strecke

Die Strecke umfasst 130 Kilometer Neubau und gilt als größte neu errichtete Bahnstrecke Österreichs seit über 100 Jahren. Entlang der Trasse liegen zwölf Tunnel mit rund 50 Kilometern Tunnellänge, über 100 Brücken sowie 23 Bahnhöfe und Haltestellen. Diese Infrastruktur schafft eine leistungsfähige Verbindung zwischen Steiermark und Kärnten und bildet die Basis für neue Takt- und Fernverkehrsangebote.

Koralmtunnel und technische Umsetzung

Herzstück der Strecke ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, einer der längsten Eisenbahntunnel weltweit. Er führt durch das Gebirgsmassiv der Koralpe und erreicht Überlagerungen von bis zu 1.200 Metern. Der Tunnel besteht aus zwei parallel verlaufenden Röhren mit Querschlägen in regelmäßigen Abständen. Beim Vortrieb kamen sowohl zyklische Methoden als auch Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz. Die Strecke ist für Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ausgelegt und mit dem European Train Control System ausgestattet. Vor der Inbetriebnahme wurden umfangreiche Test- und Messfahrten durchgeführt.

Leistungen von der iC

iC war über einen langen Zeitraum hinweg in mehreren Teilbereichen der Koralmbahn eingebunden. Die Leistungen umfassten unter anderem:

  • Tunnelplanung, geotechnische Beratung und geologische Baudokumentation für zentrale Tunnelabschnitte und offene Bauweisen
  • Eisenbahnrechtliche Genehmigungs- und Einreichplanung sowie Ausschreibungs- und Ausführungsplanung
  • Fachbauaufsicht, ÖBA und baubegleitende geotechnische Betreuung vor Ort
  • Immissionsschutz über die gesamte Strecke mit Fachbeiträgen zu Erschütterungen, Schall und Luftgüte, inklusive Messungen vor, während und nach der Bauphase
  • BIM-Leistungen, Bauüberwachung und spezialisierte Fachaufsichten zur Unterstützung einer effizienten und sicheren Umsetzung

Die kontinuierliche Mitarbeit über mehrere Projektphasen erforderte eine enge Abstimmung zwischen Planung, Bau, Behörden und Betrieb.

Nutzen für Region und Verkehr

Mit der neuen Strecke verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt auf rund 41 Minuten. Pendler:innen erhalten eine deutlich schnellere Verbindung, auch Geschäfts- und Freizeitwege werden planbarer. Darüber hinaus werden Fernverbindungen Richtung Süden attraktiver und der Güterverkehr leistungsfähiger abgewickelt.

Einordnung und langfristige Wirkung

Als Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors verbindet die Koralmbahn zentrale Wirtschafts- und Lebensräume vom Norden bis in den Süden Europas. Für den Süden Österreichs bedeutet das eine engere Verknüpfung von Arbeitsmärkten, Ausbildungsstandorten und Angeboten im Alltag. Gleichzeitig stärkt die neue Achse die Rolle der Schiene im regionalen und internationalen Verkehr und unterstützt die Verlagerung von Mobilität auf leistungsfähige Bahnverbindungen.