Madaster Connect 2025 | Wege zur praktischen Umsetzung zirkulären Bauens

Digitale Materialpässe, klare Kriterien und erprobte Methoden für zirkuläres Bauen.

Beim diesjährigen „Madaster Connect“ standen erprobte Lösungen für zirkuläres und ressourcenschonendes Bauen im Mittelpunkt. Fachleute aus Planung, Forschung und Verwaltung präsentierten konkrete Beispiele dafür, wie digitale Systeme, standardisierte Kriterien und neue regulatorische Vorgaben bereits heute ineinandergreifen, um zukunftsfähige Bauwerke umzusetzen.

Praxisnahe Einblicke

Stefan Schützenhofer von der iC zeigte anhand interdisziplinär geplanter Projekte, wie weit sich die Vorgaben des Zirkularitätsfaktors der Stadt Wien (ZiFa) schon jetzt mit Madaster abbilden lassen. Deutlich wurde, dass digitale Materialpässe, belastbare Ökobilanzdaten und transparent formulierte Kriterien die Grundlage dafür bilden, zirkuläres Bauen im Projektalltag systematisch umzusetzen und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Orientierung für kommende Standards

Im Hinblick auf die bevorstehenden Anpassungen der OIB-Richtlinien 6 und 7 wurde sichtbar, wie entscheidend digitale Workflows für die Nachweisführung werden. Methoden wie Bauteilmodellierung, Mengenermittlung aus BIM-Daten oder die Zuordnung zu ZiFa-Kriterien sind bereits etabliert. Sie ermöglichen, ökologische Auswirkungen und Rückbaupotenziale über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks kontinuierlich darzustellen und projektübergreifend vergleichbar zu machen.

Zirkularitätsfaktor im Überblick und Ausblick

Der Zirkularitätsfaktor der Stadt Wien definiert klar, welche konstruktiven, materiellen und prozessbezogenen Anforderungen künftig entscheidend sein werden – von der Wahl langlebiger und trennbarer Bauweisen bis zu digital nachweisbaren Rückbau- und Wiederverwendungsmöglichkeiten. Die laufende Test- und Optimierungsphase liefert bis 2026 ein praxiserprobtes ZiFa 2.0, das anhand realer Projekte weiter geschärft wird. Dadurch entsteht ein System, das Zielwerte präziser definiert und die Anwendung in Wettbewerben, Planung und Ausführung deutlich erleichtert.

Relevanz für die Branche

Madaster Connect 2025 zeigte, dass Zirkularität längst kein Zukunftsthema mehr ist, sondern messbar, regulativ verankert und technisch umsetzbar. Entscheidend wird nun, digitale Standards konsequent einzusetzen, Schnittstellen zwischen Planung, Ausführung und Betrieb zu stärken und Kriterien wie jene des ZiFa frühzeitig in Projektprozesse zu integrieren.

Zentrale Erkenntnisse

Der Erfahrungsaustausch machte deutlich, dass funktionierende Lösungen für die Kreislauffähigkeit vorliegen – sowohl methodisch als auch digital. Die Herausforderung liegt nicht mehr in der Machbarkeit, sondern in der breiten Umsetzung und der systematischen Verankerung in Planungs- und Entscheidungsprozessen.