Die mudLIBRARY wurde von Juli bis Dezember 2022 als Design-and-Build-Projekt realisiert. Initiator:innen und Partner:innen waren ArchiFair, die NGO Loatad – Library of Africa and the African Diaspora, die Baufirma Hive Earth, die Technische Universität Wien sowie die Community in Nsutam.
Ein Ort für Bildung und Begegnung
Die Bibliothek befindet sich inmitten eines Schulcampus und steht sowohl den Schüler:innen als auch der Dorfgemeinschaft offen. Auf rund 300 m² überdachter Fläche entstand ein Raumgefüge, das gezielt auf die lokalen Lebensgewohnheiten abgestimmt ist: Neben offenen Bereichen, in denen sich ein großer Teil des Lebens im Freien abspielt, umfasst das Gebäude einen Bibliotheks- und Leseraum mit abgehängtem Bücherregal sowie einen separat zugänglichen Computerraum.
Traditioneller Baustoff, modern interpretiert
Ein zentrales Element des Projekts ist die bewusste Entscheidung für Stampflehm als Hauptbaumaterial. Lehmbau ist in Ghana eine traditionelle Bauweise. In der mudLIBRARY wurde dieser Baustoff in einer zeitgemäßen Form eingesetzt.
Die Tragstruktur des Gebäudes wurde in Stahlbeton ausgeführt, wodurch die Lehmwände sortenrein und damit vollständig recyclingfähig bleiben. Für das Dach kamen Holzfachwerkträger zum Einsatz. Stampflehm trägt insbesondere im tropischen Klima zur Regulierung der Innentemperatur bei und schafft ein ausgeglichenes Raumklima.
Zum Schutz vor Feuchtigkeit erhielten die Wände einen wasserfesten Sockel, zusätzlich schützt ein auskragendes Dach vor direkter Regenbelastung. Diese konstruktiven Maßnahmen sichern die Dauerhaftigkeit der Lehmbauweise unter lokalen klimatischen Bedingungen.
Nachhaltigkeit als gemeinsamer Lernprozess
Die mudLIBRARY steht nicht nur für einen neuen Bildungsraum, sondern auch für einen Prozess des gegenseitigen Lernens. Traditionelle Bauweisen wurden weiterentwickelt, technisches Know-how geteilt und lokale Ressourcen verantwortungsvoll eingesetzt.
So entstand ein Gebäude, das architektonische Qualität, funktionale Anforderungen und soziale Verantwortung miteinander verbindet – und zugleich zeigt, welches Potenzial in partnerschaftlicher, nachhaltiger Bauplanung liegt.
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