"Abgefahrene Klimaneutralität"

Klaus Reisinger spricht im Magazin „Building Times“ (Ausgabe 12/2020) zum Thema

Bau und Betrieb von Häusern verursachen je nach Energieträger mehr oder weniger CO2. Die mit dem Standort verbundene Mobilität ist aber der eigentliche Hammer, zeigt eine aktuelle Analyse der IG Lebenszyklus Bau.

Franz Artner

Was ist ein „klimaneutrales“ Gebäude? Ist das ein Passivhaus mit extrem geringem Heizwärmebedarf und Holzheizung? Ist das ein Plusenergiegebäude, das zeitweilig mehr Energie erzeugt, als die Nutzer verbrauchen? Oder ist das ein uraltes Gründerzeithaus, das durch die lange Nutzungsdauer seinen CO2-Rucksack aus der Errichtung längst abgelegt hat? Je nachdem, wie man Häuser, ihren Standort und ihre Nutzung betrachtet, wird man zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen. Ganz so einfach ist die Sache mit der Klimaneutralität also nicht, nur ein Vergleich macht sicher.

Eine Arbeitsgruppe der IG Lebenszyklus Bau hat diesen Vergleich unternommen und sich sehr intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Als Ergebnis liegt nun ein Leitfaden vor, der anlässlich des 10. Kongresses der IG präsentiert wurde. Für dessen Entstehung wurden drei Gebäudetypen mit unterschiedlichen Energieträgern für Raumwärme und Warmwasser analysiert. Der Betrachtungszeitraum für alle Überlegungen wurde mit 100 Jahren definiert, weil dies der durchschnittlichen Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre entspricht. Die in den Berechnungen verwendeten Häuser beherbergen im Sinne der Vergleichbarkeit dieselbe Anzahl an Nutzern, unabhängig von Lage oder Type. Das Team wollte wissen, wie es um die CO2-Emissionen in der Errichtung, im Betrieb und der mit den Häusern verbundenen Mobilität aussieht. Es handelt sich also um eine umfassende Betrachtung.

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